Das Bild des Blogbeitrags

Werte leben

Journal 3/2025

Vor kurzem war ich mit einigen Geschwistern von einem Einsatz auf dem Weg zurück nach Adelshofen und hatte die Ehre, am Steuer zu sitzen. Der Weg war mir natürlich nicht unbekannt, und außerdem hatte ich ja noch das Navi. Doch es gab ein Hindernis: Wegen einer Baustelle war eine wichtige Straße gesperrt, dummerweise wusste das Navigationssystem nichts davon. So musste ich wohl oder übel den Umleitungsschildern folgen. Doch die waren längst nicht so regelmäßig gesetzt, wie ich mir das als Autofahrer gewünscht hätte. Gut, dass wenigstens Sr. Meike sich auskannte, die Aufgabe des Navis übernahm und mich souverän über die Umleitungsstrecke nach Hause dirigierte.

Werte sind in unserem Leben so etwas wie Wegweiser, unser Leben der dazugehörige Weg. Wegweiser, oder eben Werte, sollen und wollen uns den Weg weisen, uns ans Ziel bringen. Woher aber nehmen wir sie? Woher kommen die Werte, die für uns doch so wichtig sind?

David wendet sich in den Psalmen 27,11 und 86,11 mit der gleichen Bitte an Gott: „Weise mir, Herr, deinen Weg.“ Als Christen suchen wir die Werte nicht in uns selbst, sondern bei Gott. Er selbst ist der Ursprung unserer jüdisch-christlichen Werte. Er ermöglicht und ebnet den Weg, auf dem wir unterwegs sind, er leitet uns auf diesem Weg und er selbst hilft uns, ihn aufrecht zu gehen. Und auch, wenn er uns manchmal steinig und herausfordernd vorkommt – und das kann bei Gottes Wertvorstellung durchaus schonmal sein, ich denke nur an die Feindesliebe – so ist es eben dennoch richtig, ihn zu gehen. Weil es Gottes Weg ist, auf dem uns neben vielem anderen auch seine Gnade begegnet.

Unsere Werte sollen daher nicht beliebig sein, sondern Ausdruck von Gottes Wesen. Sie wurzeln in seiner Treue, Gerechtigkeit und Liebe. Und sie gewinnen Gestalt, wenn wir bereit sind, nicht eigene Pfade einzuschlagen, sondern den Weg zu gehen, den er uns zeigt.

Zu den Beiträgen dieses JOURNALS:

Gemeinsame Werte, gemeinsamer Weg, Br. Matthias Böker und Christian Pletsch

Ehelos, arm und gehorsam, Sr. Meike Walch

Mehr als bloße Theorie, Ole Kratzat

Wir forschen und lehren, Käser, Schulz, Siebald

Und dann war es lebenslänglich, Sr. Irmgard Schurz

Das LZA-Journal 3/2025 zum Download