Mal sehen, wie das wird

Wer sie sieht, spürt ihre Lebensfreude, und wer ihr zuhört, ihre Begeisterung. Marlene Forschner erzählt, welche Auswirkung die letzten Monate auf ihr Leben hatten und warum sie glaubt, dass Jesus zu ihr spricht. Dass sie trotzdem Zweifel und Fragen kennt, spornt sie nur noch mehr an, nach gottgegebenen Antworten zu suchen. Und wer sucht, der findet.

Dieser Beitrage ist im LZA-Journal 2/2025Perspektive haben erschienen.

Vor drei Jahren wurde ich von einer Freundin zum Summer Life Special (SLS) im Lebenszentrum Adelshofen eingeladen. Ich hatte zwar keine Ahnung, was da auf mich zukam, aber große Lust, die Zeit dort mir ihr gemeinsam zu verbringen. Wir hatten gerade unseren Realschulabschluss in der Tasche und freuten uns riesig auf die Sommerferien, in denen diese Aktiv-Freizeit im LZA stattfinden sollte. Als ich dann erfuhr, dass meine Freundin verhindert sein würde und leider doch nicht nach Adelshofen fahren könnte, war für mich völlig klar, dass ich natürlich auch zu Hause bliebe. Da ich eine anfangs eher schüchterne Person bin, konnte ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, mich allein auf den Weg zu machen. Schließlich kannte ich weder das Lebenszentrum noch irgendeinen der Menschen dort. Doch der Gedanke, trotzdem allein zur SLS zu fahren, ließ mich nicht los. Und mein Papa, der früher selbst bei den Kindertagen in Adelshofen war, versicherte mir, dass es sich auf jeden Fall lohnen würde, hinzugehen.

Ja, ich mache das!
Nach langem Überlegen und viel Unsicherheit traf ich dann die Entscheidung: Ja, ich gehe zur SLS nach Adelshofen, mal sehen, wie das wird. Das kostete mich zwar extrem viel Überwindung, aber ich hatte ständig das Gefühl, dass Jesus zu mir sprach und mich aufforderte, mich auf das Abenteuer einzulassen. Als ich im Zug nach Eppingen saß, betete ich und bat Jesus um Mut und um gute Gemeinschaft und neue Freundschaften. Am Bahnhof wurde ich dann von Bruder Stefan abgeholt, und alle vorherigen Bedenken waren sofort wie weggewischt. Er hat mich so herzlich willkommen geheißen und ich fühlte mich direkt am richtigen Ort. Als wir dann in Adelshofen ankamen, war es genauso: Ich wurde von den Mitarbeitern und Studenten so lieb aufgenommen, ich konnte es kaum fassen. Wir kannten uns doch gar nicht! Beim ersten Abendessen entstand direkt ein super gutes Gespräch mit einem Studenten und einer anderen Teilnehmerin der SLS, die tatsächlich extra aus England für die Freizeit angereist war; heute ist sie meine beste Freundin und Glaubensschwester!

Warum nicht gleich so?
Durch das Summer Life Special habe ich das Lebenszentrum Adelshofen nicht nur kennen, sondern auch auf Anhieb lieben gelernt. 2024 schloss ich dann das Berufskolleg mit der Fachhochschulreife ab und wusste erstmal nicht, wie es für mich weitergehen sollte. Zwar war für mich klar, dass ich ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder einen Bundesfreiwilligendienst (BFD) machen wollte, aber ich wusste nicht, wo. Nach viel Gebet und Nachdenken kam mir immer wieder das Jahresteam in Adelshofen in den Sinn und ich fragte mich, warum ich da nicht gleich draufgekommen war! Natürlich, ich würde ins Jahresteam ins LZA gehen! Und das war so ziemlich die beste Entscheidung, die ich bis jetzt in meinem Leben getroffen habe!

Unglaublich schön!
In Adelshofen durfte ich nicht nur Arbeitskollegen, sondern auch Freunde fürs Leben kennenlernen. Oft fühlt es sich fast an wie Familie – schöne, vertraute Familie! Aber nicht nur im Jahresteam, sondern darüber hinaus auch in der ganzen Hausgemeinschaft herrscht eine liebevoll familiäre Atmosphäre und man spürt, dass Jesus das Zentrum ist. Das ist unglaublich schön und hat mir schon sehr geholfen, im Glauben zu wachsen. Zum Beispiel bei der Vorbereitung meiner ersten Andacht, die ich im Jahresteam halten „musste“. Auch der geistliche Austausch zwischen Jung und Alt, Studenten, Kommunitätsgeschwistern, Mitarbeitern und natürlich den Jahresteamlern ist unglaublich wertvoll und prägend für mich. Eins meiner Highlights ist freitags unsere morgendliche Andacht, in der der Schwerpunkt immer auf Lob und Dank liegt und in der Zeit ist, von den alltäglichen Wundern und Erlebnissen mit Jesus zu berichten. Das ist echt voll mein „Lieblings-Ritual“, da mich die kleinen und großen Wunder der anderen immer total ermutigen und mir Hoffnung schenken!

Ein riesen Segen!
Ermutigend finde ich auch den ganz normalen Alltag, in dem die Hausgemeinschaft mir oft ein riesen Segen ist. Das geht von guten Gesprächen beim Essen oder Arbeiten bis hin zu einer großen Portion Mitgefühl, zum Beispiel in Form von lieben Grußkärtchen oder kleinen Aufmerksamkeiten bei Krankheit im Postfach oder vor der Tür. Die Versorgung mit Annahme und Liebe im Haus ist einfach grandios! Durch die vielen verschiedenen Menschen in Adelshofen ist es einfach, Gemeinschaft zu finden. Ich kann mich entscheiden, ob ich Zeit in einer größeren Gruppe oder doch lieber nur zu zweit genießen will. Wichtig ist nur, dass ich darauf achte, mir auch genug Zeit für mich zu nehmen. Und für Jesus natürlich. Das kann schon mal zur Herausforderung werden, zwischen all dem zu jonglieren und eine gesunde und gute Mischung aus allem zu finden. Da bin ich lernend und entdeckend unterwegs und staune über das, was Jesus mir schenkt.

Unendlich dankbar!
Niemals hätte ich gedacht, dass diese kleine Entscheidung vor 3 Jahren mein Leben so extrem positiv verändern würde. Die Entscheidung, allein zur SLS zu gehen, hat meine Perspektive mit Blick auf Mut, Hoffnung und Vertrauen sehr geprägt. Ich bin fest davon überzeugt, dass Jesus damals zu mir gesprochen hat, um mich ins LZA zu führen und dafür bin ich unendlich dankbar. Und wer weiß: Wie es wohl gewesen wäre, wenn meine Freundin nicht ausgefallen wäre, wenn wir zusammen zur SLS gegangen wären? Ob ich offen genug für alle anderen Impulse gewesen wäre? Nun ist es so, wie es geworden ist, und ich bin froh darüber!

Marlene Forschner kommt aus Offenburg, spielt Saxophon, ist gerne auf ihren Inlinern draußen unterwegs und liebt Worship. Ab September wird sie eine Ausbildung zur Ergotherapeutin in Hausach absolvieren.